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Falscher Schufa-Eintrag – Was tun?

Geschrieben von Virabell Schuster am 28. November 2011 um 10:45 Uhr

„SCHUFA – Wir schaffen Vertrauen“ … so wirbt die Schufa Holding AG (Eigenbeschreibung SCHUFA) auf ihrer Internetpräsenz. Hauptsächlich Vertrauen schafft die SCHUFA ihren etwa 6.000 Vertragspartner wie Banken, Sparkassen und Handelsunternehmen (Leasingunternehmen, Telekommunikationsanbieter, Versand- und Handelshäuser, Energieversorger). Denn diese Vertragspartner profitieren von den bei der SCHUFA hinterlegten Daten. Es geht um Daten der am Wirtschafleben beteiligen Personen. Konkret geht es um kreditrelevante Informationen. Das sind zum einen „positive Informationen“, zum Beispiel das Vorhandensein von Girokonten, Kreditkarten, Kundenkarten, Handyverträge, Leasingverträge, Kredite und Versandhandelsgeschäfte. Diese positiven Informationen zeigen, dass eine Person im Wirtschaftsverkehr zuverlässig handelt. Dann gibt es die „negativen Informationen“, zum Beispiel offene, gemahnte und unbestrittene Forderungen, Forderungen aufgrund eines Gerichtsurteils, Missbrauch von Giro- oder Kreditkonten, die Abgabe der eidesstattlichen Versicherung („Offenbarungseid“), Eröffnung eines privaten Insolvenzverfahrens. Demnach ermöglichen diese positiven und negativen Informationen Banken und Handelsunternehmen zu entscheiden, ob Kredite/Kreditkarten vergeben oder Handyverträge abgeschlossen werden oder ob Ware per Rechnung (und nicht per Vorkasse) im OnlineHandel verschickt werden. Die meisten dieser positiven und negativen Daten stammen von den etwa 6.000 Vertragspartner der SCHUFA. Denn das SCHUFA-Prinzip basiert auf Gegenseitigkeit „Gibst du mir, geb ich dir“. Übrigens: Nicht gespeichert werden Kontostand, Einkommen, Geldanlagen, Beruf, Vermögen, Nationalität, Gesundheitszustand oder Familienstand.

Konkret heißt das also, dass über jeden einzelnen Bürger Daten bei der SCHUFA gespeichert sind. Vielen Verbrauchern ist das nicht bewusst. Und es stört auch nicht, jedenfalls solange nicht, solange Ware auf Rechnung geliefert, Ratenzahlung bewilligt oder eine Kreditkarte vergeben und/oder nicht gekündigt wird. Und das geschieht, solange man ausschließlich „positive Einträge“ bei der SCHUFA hat. Doch der Teufel ist ein Eichhörnchen und kommt in unscheinbarem Gewand und bringt großes Unheil. Da erhält man unerwartet einen Brief von der Bank mit dem Hinweis, dass nach regelmäßiger Prüfung die Voraussetzungen zur Vergabe einer Kreditkarte nicht mehr vorliegen und die Kreditkarte kündigt wird. Hallo??? Geht’s noch???? Man hat doch keine Schulden und nichts. Aber trotzdem kann es passieren. Und zwar dann, wenn bei der SCHUFA falsche Daten eingetragen oder Einträge nicht mehr aktuell sind

Was tun, wenn man erfährt, dass bei der SCHUFA womöglich falsche oder veraltete  Daten hinterlegt sind? Darum, dass die Daten berichtigt oder gelöscht werden, muß sich jeder selber kümmern. Und dies sollte man tun, denn andernfalls könnte man als Risikokunde eingestuft werden. Verfahren Sie wie folgt:

Zunächst sollte eine Schufa-Bonitätsauskunft eingeholt werden: https://www.meineschufa.de/index.php?site=7&via=menu

Sind die Daten falsch, sollte sowohl die SCHUFA als auch der Vertragspartner angeschrieben werden. In dem Anschreiben muß präzise formuliert werden, warum die eingetragenen Daten falsch sind. Es sollte eine Frist zur Beseitigung (Löschung oder Berichtigung) der falschen Daten gesetzt und aufgefordert werden, dass bis zur Klärung die Daten sperrt werden. Im Idealfall bearbeitet die SCHUFA die Anfrage sehr schnell.

Andernfalls muß gerichtliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Dabei muß im Einzelfall geprüft werden, ob gegen den Vertragspartner (Schadensersatzansprüche wegen entgangener Geschäfte, Unterlassungsansprüche, Widerrufsansprüche) oder die SCHUFA (Auskunfs-, Löschung- und Berichtigungssansprüche) gerichtlich vorgegangen werden muß. Wenn die Sache eilig ist, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine einstweilige Verfügung beantragt werden (siehe auch NJW 2012, 3201-3264).

Welche Erfahrungen haben Sie mit der SCHUFA gemacht. Hinterlassen Sie einen Kommentar hier im BLOG.

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2 Kommentare zu “Falscher Schufa-Eintrag – Was tun?”

  1. Dirk Spiewok sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    es ist mir genauso gegangen wie von Ihnen beschrieben: Meine Darlehensbank gewährt plötzlich nun doch nicht den zugesagten 34.000 €-Kredit für eine vor kurzem schon errichtete Photovoltaikanlage, die Girokontobank kündigt meinen – bisher nicht benötigten – Kontokorrentkredit und zieht rückwirkend meine Visa-Card ein mit gleichzeitiger vorfälliger Belastung meines Girokontos.
    Bin 45 Jahre alt, Aufsichtsbeamter im öffentlichen Dienst, Hausbeleihungswert bis 60%, alle Verbindlichkeiten immer bezahlt, bisher Boni-Note 2 und plötzlich auf 6 geschossen ohne irgendetwas dazu beigetragen zu haben.
    Sofort den kostenlosen Schufa-Eintrag angefordert und mit telefonischer Nachfrage 3 lange Wochen ungeduldig und mit schlaflosen Nächten gewartet. Unter Zahlung von ca. 19 € hätte ich den schneller bekommen; man gab mir seitens der Schufa auch den Rat eine „online-Abbo“ zu kaufen, so könnte ich ständig meine Schufa-Daten einsehen. Nur, dass diese mich bisher noch nie interessiert haben. Aber es ist den Leuten echt gelungen meine volle Aufmerksamkeit zu erhalten.
    Grund: Eintrag durch „Zyklop Inkasso Deutschland GmbH“ mit dem Tenor vertragswidriges Verhalten, Auftraggeber die Inhaberin eines Fitnessstudios „trinmess“ (in Geesthacht und Boizenburg/Elbe)mit der ich nie etwas zu tun hatte. Mein Sohn […] konnte sich aber sofort an einen regen Briefeingang ihrer Beauftragten erinnern der ihm gegenüber von Frau Dronia, der Inhaberin aber immer als „erledigt“ benannt wurde. Die Forderung gegen meinen Sohn erwies sich jetzt, bewiesen durch mir vorliegenden Schriftverkehr von Frau Dronia, als rechtlich falsch und vollkommen unbegründet. Er hat den geforderten Betrag schon längst vor einem Jahr per Überweisung bezahlt, man war angeblich nur zu „doof“ den Betrag ordnungsgemäß zu verbuchen. So war das gerichtliche Mahnverfahren mit Besuch der Gerichtsvollzieherin vollkommen fehl am Platz.
    Fazit: Ich vermute, der Weg des Mahnverfahren mit Schufa-Eintag ist absichtlich so in Gang gesetzt worden. So, also mit überhöhten Forderungen und der Macht des gerichtlichen Mahnverfahrens verdienen Inkassobüros ihr Geld. Sie wollten einen Aufscheuchen, und das haben sie. Ich strebe eine Schadenersatzklage an die sich gewaschen hat und mein Sohn […] wird sicher eine weitere Schadenersatzklage erheben wollen.
    Ich halte diese Organisation Schufa einfach für einen sehr penetrant oberflächlichen Haufen. Ich habe nie jemandem erlaubt Daten über mich zu speichern, und schon gar nicht ungeprüft!
    Können Sie mir helfen?

    Mit freundlichem Gruß

  2. Bruno Schulz sagt:

    Ich bin Rentner 77, habe am Montag 3.4.17 durch Zufall von der Postbank erfahren, dass lt. SCHUFA ich eine PRIVATINSOLVENZ hatte. Die Postbank brach daraufhin das weitere Beratungsgespräch abrupt ab – ohne weitere Erklärung.
    Ich habe aber im ganzen Leben niemals eine Privatinsolvenz gehabt!
    Ich mailte den Vorfall sofort an die Postbank und die Schufa – keine Reaktion.
    Was ist zu tun?

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