Ideo Labs, Be Beauty, Flirtcafe & Co: Zur Unwirksamkeit von automatischen Verlängerungsklauseln bei Datingportalen!

Dating- und Flirtportale erfreuen sich hoher Beliebtheit. Gewöhnlich kann man dort eine 14-tägige Premiummitgliedschaft für ein paar Euros erwerben und erst einmal alles testen. Im Kleingedruckten wird man darüber informiert, dass sich im Falle der Nichtkündigung die Mitgliedschaft automatisch um mehrere Monate verlängert und kostenpflichtig wird. Die monatlichen Gebühren betragen dann meist um die 90,00 EUR. Die Einzelheiten der Kündigungsbedingungen stehen zumeist in den verlinkten Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Das LG Berlin hat nun mit Urteil vom 30.06.2016, 52 O 340/15, im Bezug auf die Firma Ideo Labs GmbH entschieden, dass eine derartige Gestaltung unwirksam ist. Das Unternehmen hätte die Kunden unmittelbar vor Vertragsabschluss klar und verständlich darüber informieren müssen, unter welchen Bedingungen sie den sich automatisch verlängernden Vertrag kündigen können. Auf der Webseite fehle ein Hinweis darauf, wie und mit welcher Frist zu kündigen ist, um der teuren Vertragsverlängerung zu entgehen. Ein bloßer Verweis auf die AGB des Unternehmens reiche hierfür nicht aus.

Das Gericht stelle weiter fest, dass bei digitalen Inhalten das eigentlich bestehende Widerrufsrecht des Verbrauchers zwar erlöschen könne, wenn der Kunde schon vor Ablauf der Widerspruchsfrist das Portal nutzen möchte. Diese Entscheidung müsse von Verbrauchern aber bewusst getroffen und ausdrücklich bestätigt werden. Die Erklärung dürfe nicht mit dem Vertragsabschluss oder anderen Erklärungen vermischt werden.

Auch würde der Portal-Betreiber seine Kunden unzureichend über das Widerrufsrecht informieren. Dafür genüge es nicht, dass die vorgeschriebene Widerrufsbelehrung unter einem Link mit der Aufschrift „AGB“ abrufbar sei. Auch eine Klausel in den Datenschutzerklärungen der Webseiten ist nach dem Urteil unzulässig. Das Unternehmen hatte sich vorbehalten, die von Nutzern eingestellten Profile, Fotos und andere Inhalte allen Kunden auf sämtlichen Webseiten bereitzustellen, die das Unternehmen oder seine Kooperationspartner betrieben. Es sei nicht zu erkennen, unter welchen Bedingungen und an welche Webseiten die Inhalte weitergegeben werden können.

Lesen Sie hierzu auch folgende Beiträge: Ideo Labs , Be Beauty (EDates) , Flirtcafe.de , Flirtano GmbH , Prebyte Media GmbH (flirt-fever) , dateyard AG (snapfick.de), iMedia888 GmbH (thecasuallounge.ch)

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5 Kommentare:

Hatte vor einen Jahr den Vertrag reife Frauen.com gekündigt einmal per E-Mail und einmal schriftlich leider ohne Einschreiben danach war meiner Sicht die Sache für mich erledigt habe keine Bestätigung bekommen und hatte nach einem Jahr auch Ruhe .Leider stellte ich fest das von meinem Konto 69,90 EUR abgebucht worden ist dich gleich wieder zurückbuchte und prompt bekomm ich mit der Drohung ein Inkasso verfahren wenn ich mich bis dato den Betrag von 87,40 EUR begleichen.Man hat einfach die Kündigung Ignoriert.Abzocke ohne Ende?

bei mir das gleiche Spiel. Habe per Einschreiben gekündigt, Einzugsermächtigung widerrufen, trotzdem wurde abgebucht. Geld zurückbuchen lassen seither nur Zirkus. Ich stelle nun nochmals eine letzte Frist um die Sache „friedlich“ beizulegen. Passiert nix, erstatte ich Anzeige gegen HQNetwork Ent. und diesen Inkasso Kipke.

Reihe mich gern ein.
Habe gestern von Inkasso Kipke ebenfalls ein Schreiben bekommen das ich mich kostenpflichtig bei reiferauen.com mit eine Präminenmitgliedschaft angemeldet haben soll. Ich weiß nichts davon zumal es hier um 79,90€ geht. Habe auch dem Unternehmen meine Kontodaten nicht gegeben. Abbuchung habe ich sofort stornieren lassen worauf nicht einmal 3 Tage danach ich das Schreiben von Kipke bekommen habe. Auf eine Kündigung per Einschreiben mit Rückschein hat das Unternehmen auch nicht reagiert.
Gruß
W.S.

ich habe Das Gleiche Problem
Mir werden 80€ Abgebucht

Auch mir liegt eine Mahnung vo, über 277,20 EUR angeblich über meine Mitglied-
schaft über 6 Monate aus dem Jahr 2016. Es kann sich hier nur um einen
Betrugsversuch handeln, da ich wohl auf ein Angebot zur Probe für 1,– EUR
hereingefallen war. Nach dem ich mein OK gegeben hatte kam von dort rein gar
nichts an vermeintlichen Angeboten, so dass ich gar nicht reagieren konnte
aber dann kam die Abbuchung von einem Euro zuzüglich des Beitrags für ? Monate. Hatte nie wieder Kontakt zu diesem Anbieter aber jetzt kam eine Mahnung. Bin der Meinung diese Forderung dürfte verjährt sein, aber man kann es ja mal ver suchen Ersteller dieser Mahnung ist Jana Denker, Forderungsmanagement